Die USA verdreifachen die Mittel für den Prototyp eines Kampfjet-Triebwerks der sechsten Generation

General Electric und Pratt Whitney Engines haben Änderungen an ihren NGAP-Verträgen (Next Generation Adaptive Propulsion) erhalten, mit denen der Höchstbetrag für die Prototypphase auf 3,5 Milliarden Dollar pro Einheit angehoben wird. Das ist dreimal so viel wie der ursprüngliche Höchstbetrag von 975 Millionen Dollar, der für 2022 vorgesehen war.
Was bekannt ist
Das NGAP wird voraussichtlich das Triebwerk für den künftigen Air Dominance-Kampfjet sein. Die Triebwerke dieser Serie sind "adaptiv" - sie ändern automatisch die Schubkonfiguration je nach Kampfsituation, was ihre Effizienz erhöht.
Zuvor hatte das Pentagon in Erwägung gezogen, den F-35 Joint Strike Fighter mit adaptiven Triebwerken auszustatten, doch aufgrund der hohen Kosten und der technischen Beschränkungen wurde beschlossen, die vorhandenen Triebwerke aufzurüsten. Stattdessen werden die Fortschritte in diesem Bereich für das NGAP-Programm genutzt.
Nach Angaben des Pentagons wird mit dem Auftrag ein "modernes Triebwerk mit einer flexiblen Architektur geschaffen, das für künftige Kampfflugzeuge angepasst werden kann". Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Juli 2032 dauern.

Eines der NGAD-Konzepte. Illustration: 19fortyfive
Pratt Whitney entwickelt das Triebwerk XA103, während GE am XA102 arbeitet. Im Februar 2024 schloss Pratt Whitney einen wichtigen Entwurf für die USAF ab, und GE meldete den Abschluss einer umfassenden Entwurfsprüfung im Dezember 2023 als Vorbereitung auf die Tests.
Seit Jahren drängt die USAF auf die Entwicklung des NGAD als "Systemfamilie", die ein bemanntes Kampfflugzeug der sechsten Generation, unbemannte Luftfahrzeuge und fortschrittliche Waffensysteme umfassen soll.
Das Programm stößt jedoch auf Schwierigkeiten: Die anfänglichen Kosten für das Kampfflugzeug werden auf 250-300 Mio. USD pro Einheit geschätzt und sind damit dreimal so hoch wie die der F-35. Daher hat die Luftwaffe das NGAD-Programm im Sommer 2024 ausgesetzt und überdenkt nun ihr Vorgehen.
Quelle: Verteidigungsnachrichten