In Harvard entwickeltes 3D-gedrucktes Trommelfell ist marktreif

Von Yuriy Stanislavskiy | 23.08.2021, 14:34
In Harvard entwickeltes 3D-gedrucktes Trommelfell ist marktreif

Eine Schädigung des Trommelfells führt zu Schmerzen und Hörschäden und kann schwer zu behandeln sein. PhonoGraft , ein Projekt von Harvard-Wissenschaftlern, ist ein 3D-gedrucktes Ohrimplantat, das Schäden am Trommelfell reparieren kann, indem es natürliche Zellen zur Regeneration anregt. Die Erfindung wurde getestet und ist nun bereit, in die kommerzielle Produktion zu gehen.

Das Trommelfell ist ein dünnes, kreisförmiges Stück lebenden Gewebes, das als Reaktion auf Schallwellen vibriert und diese in elektrische Signale umwandelt, die an das Gehirn gesendet und von diesem interpretiert werden. Die Membran kann diese Aufgabe jedoch nicht erfüllen, wenn sie durchlöchert ist. Dies kann durch Fremdkörper, wie z. B. Wattestäbchen, oder durch extrem laute Geräusche verursacht werden.

Was noch schlimmer ist: Eine solche Lücke öffnet auch eine Barriere für Viren und Bakterien, die in das Innenohr eindringen und eine schwere Infektion verursachen können.

Derzeit ist die beste Behandlung eine Tympanoplastik - die Reparatur des Lochs mit Transplantaten aus dem eigenen Gewebe des Patienten. Aber das "Pflaster" überträgt den Schall nicht so gut wie ein gesundes Trommelfell. Das Verfahren erfordert einen Einschnitt hinter dem Ohr und ist oft erfolglos.

Das von Harvard-Forschern entwickelte PhonoGraft-System ist darauf ausgelegt, diese Probleme zu lösen. Das Implantat ahmt die komplexe Form eines natürlichen Trommelfells nach und wird aus einer speziellen synthetischen Tinte auf der Basis von Polymeren für den 3D-Druck hergestellt.

Das Implantat stellt nicht nur das Gehör wieder her, sondern dient auch als Grundlage für die Regeneration der eigenen Zellen des Empfängers. Versuche an Chinchillas, die die gleiche Ohranatomie und den gleichen Hörbereich wie der Mensch haben, haben sich als vielversprechend erwiesen.

Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass PhonoGraft durch den Gehörgang injiziert werden kann, wodurch der Eingriff weniger invasiv ist.

Quelle: newatlas

Illustrationen: harvard