Italien fordert Erklärungen von DeepSeek wegen des drohenden Datenlecks bei Millionen von Nutzern

Die italienischen Behörden wandten sich an das chinesische Unternehmen DeepSeek, das für sein groß angelegtes Sprachmodell der künstlichen Intelligenz bekannt geworden ist.
Was bekannt ist
Die italienischen Behörden haben bestätigt, dass sie einen Antrag von Euroconsumers, einem Zusammenschluss europäischer Verbraucherorganisationen, auf Verarbeitung der personenbezogenen Daten von DeepSeek-Nutzern im Rahmen der Allgemeinen Datenschutzverordnung (DSGVO) erhalten haben.
Die italienische Datenschutzbehörde (DPA) erklärte, sie habe dem Unternehmen ein Ersuchen um weitere Informationen übermittelt. "Die Daten von Millionen von Italienern sind in Gefahr", hieß es in der Erklärung. DeepSeek wurde eine Frist von 20 Tagen eingeräumt, um zu antworten.
Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass das in China ansässige Unternehmen DeepSeek Nutzerdaten sammelt und speichert, einschließlich personenbezogener Daten, die in Übereinstimmung mit den lokalen Gesetzen verarbeitet werden. In der Datenschutzrichtlinie heißt es, dass Daten nach China übermittelt werden können. Das Unternehmen behauptet jedoch, dies geschehe in Übereinstimmung mit den Anforderungen der Datenschutzgesetze.
Die italienische Datenschutzbehörde möchte mehr darüber erfahren, welche Art von Daten gesammelt wird, aus welchen Quellen und zu welchen Zwecken - insbesondere zum Training künstlicher Intelligenz - sowie über die Rechtsgrundlage für die Verarbeitung dieser Daten. Außerdem interessiert sich die Aufsichtsbehörde dafür, wie die Daten von minderjährigen Nutzern verarbeitet werden und wie die Altersüberprüfung auf der Plattform durchgeführt wird.
Europäische Verbraucherorganisationen haben auch die Frage des Kinderschutzes und der Beschränkungen für Nutzer unter 18 Jahren aufgeworfen. Ihnen zufolge geht aus der Unternehmenspolitik nicht hervor, wie Minderjährige geschützt werden.
Zuvor war das Thema DeepSeek das Hauptthema auf einer Pressekonferenz der Europäischen Kommission. Thomas Rainier, der Beauftragte der Kommission für technologische Souveränität, sagte, dass es zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu sagen sei, ob DeepSeek den europäischen Anforderungen genügen werde. Er betonte, dass die EU-Vorschriften einen Schutz im Falle von Problemen garantieren.
Quelle: TechCrunch